L-Arginin – für Muskeln und Libido

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„Milch macht müde Männer munter“ – so lautet ein Werbeslogan aus den 50er Jahren, was zu beweisen wäre. Doch ein Körnchen Wahrheit steckt bekanntlich in jedem Stereotyp und vielleicht hat schon damals das in der Milch enthaltene L-Arginin zu dieser Wirkung beigetragen – immerhin sollen davon 120 mg in 100 g enthalten sein. Milchprodukte wie Käse, Eier, Fleisch, Geflügel, Wurstwaren und Fisch allerdings „kleckern“ hier nicht, sondern „klotzen“ (teils mit Mengen von um 1 g in 100 g dieser Lebensmittel). Auch Kürbiskerne, Erdnüsse, Mandeln und (Soja-)Bohnen sind gute L-Arginin-Lieferanten.
Bei L-Arginin handelt es sich um einen Eiweißbaustein, eine Aminosäure. Besonders wichtig für uns, weil essentiell, sind neun dieser Proteinbildner, die unser Körper sie nicht selbst herstellen kann. L-Arginin wird gerne als halb-essentiell bezeichnet. Wir können diese Aminosäure zwar produzieren, aber nicht in ausreichender Menge. Die Zufuhr von außen über eiweißhaltige Lebensmittel ist also wichtig.
Für viele Sportler ist die Supplementierung mit L-Arginin in Pulver-, Tabletten- oder Kapselform schon längst zur Selbstverständlichkeit geworden. Nicht nur wegen dessen unterstützender Wirkung auf Muskelaufbau, Ausdauerleistung und Fettverbrennung. Die Aufnahme der „puren“ Aminosäure überspringt somit die ganze Verdauungsarbeit, die beim Aufspalten von in Lebensmitteln enthaltenen Eiweißen entsteht. Diese Eigenschaft einer Nahrungsergänzung mit Aminosäuren ist insbesondere bei Athleten deshalb wichtig, weil die positive Wirkung unmittelbar fürs Training zur Verfügung steht – ohne den Magen zu belasten.
Dank einer Studie der Universität Exeter konnte inzwischen wissenschaftlich belegt werden, dass diese Wirkungen einerseits darauf beruhen, dass L-Arginin die Freisetzung von Wachstumshormonen fördert – und dass neben den rein sportlichen Effekten auch das Immunsystem sowie beim Mann die Erektionsfähigkeit davon profitieren. Andererseits sorgt die L-Arginin-Einnahme für einen erhöhten Stickstoffmonoxid-Spiegel. Die Substanz Stickstoffmonoxid (NO) ist wichtig für die Zellkommunikation sowie den Blutfluss und hilft bei der Bekämpfung schädlicher Mikroorganismen. Die bessere Verteilung von Nährstoffen im Muskelgewebe aufgrund des Vorhandenseins ausreichender Stickstoffmonoxid-Mengen führt zu der nicht nur von Athleten geschätzten verbesserten sportlichen Leistung. Schließlich führt das aus regelmäßig aufgenommenem L-Arginin gebildete NO auch zu einer verbesserten Durchblutung der männlichen Schwellkörper und somit zu dem potenzsteigernden Nebeneffekt.

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